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Meine Erfahrungen - Smart Pianist in der Praxis

in Yamaha - Smart Pianist 04.06.2020 19:20
von ollelinse • 23 Beiträge

Wer das Clavinova CSP 150/170 anschafft, kauft die kostenfreie Yamaha-App „Smart Pianist“ gleich mit, sie gehört einfach dazu um die Möglichkeiten des neuen Instrument kennenzulernen und zu nutzen. Das trifft zumindest für jede zu, die über ein von dieser App unterstütztes Smartgerät iOS/Android verfügen. Und es ist auch zweifelsfrei so, dass diese App nicht nur grafisch etwas hergibt, sie bietet dem Einsteiger tatsächlich einen einfachen und angenehmen Zugang zur Auswahl und Einstellungen der Instrumente und Styles. Was mir dann schon nach kürzester Zeit negativ aufgefallen ist, waren die kleinen Details und Zusammenhänge, die sich mir aus der Yamaha-Beschreibung nicht erschlossen. Da auch die Bedienanleitung des CSP die Möglichkeiten von Smart Pianist bestenfalls andeutet, habe ich ständig nach einem Dokument gesucht das bei der schrittweisen Einarbeitung in diese Materie unterstützt. Solange man mit den App-internen Songs arbeitet und hier und da mal eine Konfiguration im Registrations-Memoryfenster ablegt, bleibt es auch übersichtlich. Die Lieblingssongs lassen sich als Favorit kennzeichnen und damit schneller auffinden. Das trifft auch für eigene oder gekaufte MIDI-Songs zu, die man über die Dropbox importiert hat.
Bei intensiverer Nutzung und dem Versuch, sich eine Struktur und Datenbank für schnellen Zugriff auf bevorzugte interne und vor allem der Benutzersongs aufzubauen, versteht man bald die „Welt“ nicht mehr. Da existiert ein wunderbares Feature, der Registrations-Memory-Speicher (hier mal als RegMem bezeichnet), in welchem sich die aktuellen Einstellungen der Instrumente für Main, Left und Layer hervorragend abspeichern lassen. Wahlweise nur die Instrumente und ihre genauen Einstellungen, oder auch gleich mit einem Benutzersong u/o Style verlinkt. Aber dann kommt man aus dem Staunen nicht heraus … die RegMem-Einträge lassen sich weder editieren noch sortieren! Änderungen müssen also neu abgespeichert werden und dieser Neueintrag steht am Listenanfang, ggf. ist der alte Eintrag manuell zu löschen. Android-Benutzern ist es überhaupt nicht möglich Einträge zu verschieben, unter iOS geht dies zumindest – wenn auch umständlich. Zumindest bei der Android-App entsteht zwangsläufig ein derartiges Durcheinander in den RegMem-Einträgen, dass eine vernünftige Nutzung kaum mehr möglich ist.
Das Clavinova lebt mehr oder weniger davon, nicht nur als schlichtes E-Piano eingesetzt zu werden, sondern durch eigene, im Internet gefundene oder gekaufte MIDI-Files sowohl dem Profi als auch dem Neuling die wunderbare Welt des Musizierens zu eröffnen. Schnittstelle ist auch hier die App. Was ist da nicht alles denkbar… das geht von thematisch oder nach anderen Kriterien geordnete Zugriffen auf die verfügbaren Lieder bis zu Songlisten die für einen pausenlosen Ablauf einer Vorführung geeignet wären. In der Smart Pianist-Praxis bleibt das jedoch reines Wunschdenken. Midi-Importe lassen sich nur über die Dropbox in die App übertragen. Dort landen sie dann in der Benutzersong-Liste, die sich zumindest automatisch in alphabetischer Reihenfolge sortiert. Diese Funktion hat sie zwar dem RegMem-Fenster voraus, der Überblick bleibt trotzdem eher gering wenn man zusätzlich bedenkt, dass diese Songs oftmals nicht so gespielt werden wie sie importiert wurden. Nun finden wir ja im Smart Pianist auch eine Musik-Library die Hoffnung geben könnte. „Playlists, Interpreten, Songs, Alben, Genres“ … also alles was wir suchen? Nein, leider ist das nicht mehr als eine Verlinkung in die MP3-Datenbank von iTunes-Benutzern und bei Android immerhin in das Audio-Verzeichnis des Smartgerätes. Problem: MIDI-Files werden zwar angezeigt, aber nicht unterstützt. Die ganze wunderschöne Musik-Library dient einzig dem Zweck, die Audiodateien für das App-Feature Autio2Score (Begleitakkorde) bereitzustellen. Eine Funktion, die sicher auch ein nettes Extra ist, aber mit Klavierspiel nun ehr weniger etwas zu tun hat.
Import und Export von MIDI-Dateien ist das Eine. Wenn auch umständlich, so funktioniert es mit der Smart Pianist App im Grunde ganz gut. Anders dagegen sieht es mit den RegMem-Einträgen aus. Diese lassen sich nur über ein Komplett-Backup der Datenbank (Benutzersongs+RegMemeinträge+Programmeinstellungen) sichern. Auch auf diesem Wege ist es also nicht möglich, eine gewisse Ordnung in die Listen zu bekommen.

Kontakt zu den App-Entwicklern: Nachdem ich mehrfach verschiedene Fehlerhinweise und Verbesserungsvorschläge an den Yamaha.Support gegeben habe, erhielt ich kürzlich den Ratschlag, ich möge mich doch vertrauensvoll an meinem Fachhändler wenden und mir vielleicht ein anderes Instrument zulegen, meine Vorschläge wären mit dem Bedienungskonzept der CSP-Serie nicht vereinbar. Dabei hatte ich lediglich die Fehler und Mängel bei der Arbeit mit dem Registrierungs-Memory-Fenster zusammengestellt (insbesondere bezogen auf die Android-App wie oben beschrieben). Damit ist für mich dann ein zielführender Kontakt zum den App-Entwicklern nicht mehr vorstellbar. Allerdings gehe ich davon aus, dass solcherart Antworten aus vorgeschalteten Quellen kommen.

Derzeitig ist der Smart Pianist trotzdem noch die App meiner Wahl. Einerseits weil ich mir Android-Tablets zugelegt habe, auf der anderen Seite ist Andreys entstehende Alternative momentan für mich (mit meinen Klosettdeckelfingern) ohne Maus-Eingabe zu schlecht am Piano verwendbar. Und wenn ich spiele möchte ich dazu zwischendurch keine Stifte oder anderen Eingabegeräte in die Hand nehmen. Aber ich bin da für die Zukunft zuversichtlich – meine ersten Erfahrungen dann demnächst im ConPianist-Thema.

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#2

RE: Meine Erfahrungen - Smart Pianist in der Praxis

in Yamaha - Smart Pianist 04.06.2020 20:15
von djangobaer • Besucher | 33 Beiträge

Hallo OlleLinse!

Danke für deinen Beitrag, den ich nur mit einem kurzen Kommentar ergänze: JA, du hast recht.

Es ist ziemlich schlimm, wenn man ein Gerät um Euro 3.000,- und mehr kauft und dazu eine Erklärung: "Schalten Sie das Gerät mit dem On-Schalter ein und danke, dass sie schon bezahlt haben."

Aber ich werde u einem späteren Zeitpunkt, an dieser Stelle, noch einiges an Erläuterungen dazufügen. Eines vorweg: Ich bin sehr glücklich mit meinen CSP 170 und ich geniese es damit zu spielen. Ich würde mir nur etwas mehr Respekt von denen erwarten, denen ich einen Teil des Gehalts gezahlt habe!

LG Harald

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